reusecity

Urbanes Recycling Netzwerk

Ein Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) des Bundes, im Projektaufruf „Stadtentwicklung und Wirtschaft“ gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Aktenzeichen: 10.15.04.13.13

 

KURZDARSTELLUNG

reusecity – Urbanes Recycling Netzwerk

Das Projekt reusecity entwickelt Modelle der lokalen Kreislaufwirtschaft durch alternative Wertschöpfungs-ketten für das lokale Recycling und die direkte Wiederverwendung von gebrauchsfähigen Materialien. Anhand einer intensiven Vernetzung zwischen Messe- und Event-Standorten, Veranstaltungen und anderen Materialquellen in der Stadt werden Rest-Materialien über das Urbane Recycling Netzwerk reusecity und dessen Partner einer lokalen und sozialen Wiederverwendung zugeführt.
Ziel von reusecity ist es lokale und nachhaltige Material-Kreisläufe zu fördern, Messen und Veranstaltungen grüner zu gestalten sowie Verbrauchern, Handwerk, Kreativwirtschaft und sozio-kulturellen Einrichtungen einen alternativen Zugang zu Materialien zu bieten.

Für Event-Standorte, Messebau und lokales Gewerbe entsteht so die Möglichkeit wiederverwendbare Rest-Materialien nachhaltig, vor Ort und zu geringeren Kosten zu entsorgen.
Mit reusecity werden wirtschaftlich tragfähige Strukturen für ein ein adaptierbares Modell von Recycling-Netzwerken aufgebaut sowie Impulse für ein dezentrales Abfallmanagement im ökologischen Stadtumbau und die Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung umliegender Quartiere gesetzt. Die Modellentwicklung erfolgt am Messestandort Flughafen Tempelhof als Entwicklungswerkstatt und ist auf andere Standorte übertragbar.

reusecity ist ein Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) des Bundes, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).


ZITAT

“Wirtschaft in der Stadtentwicklung erhält durch das Pilotprojekt eine ganz konkrete materielle, soziale und ökologische Fassbarkeit, bei der alternative Wertschöpfung, Vernetzung und Beteiligung im Mittelpunkt stehen.” (Robert K. Huber, zukunftsgeraeusche GbR)


PROJEKTZIELE UND AUFGABENSTELLUNG

Die Ziele von reusecity sind

  • ein wirtschaftlich selbsttragendes und adaptierbares Modells für lokale Recycling-Netzwerke zu entwickeln.
  • alternative Material-Quellen in Form von Messen und Event-Standorten zu erschließen, die ebenso als Impulsgeber für die Adaption auf weitere Material-Quellen in der Stadt wirken.
  • einen alternativen Recycling-Service für Event-Standorte, Messebau und Gewerbe als lokaler und qualifizierter Partner anzubieten.
  • einen alternativen Zugang zu Materialien für Endverbraucher, lokales Handwerk, Kreativwirtschaft, sozio-kulturelle Einrichtungen und Initiativen zu eröffnen.
  • eine stabile Vernetzung und Wertschöpfung zu etablieren zwischen Messen, Event-Standorten, Veranstaltungen und anderen Material-Quellen in der Stadt sowie Recyclingbörsen und Material-Verwertern (Recyclern) und den lokalen Verbrauchern, der Alternativ- und Kreativ-Wirtschaft und Akteuren aus der Stadtentwicklung.
  • ein innovatives Dienstleistungsmodell zu entwickeln, in dem lokale, alternative Recycler kooperativ zusammenarbeiten in der Materialgewinnung vor Ort sowie der direkten Logistik und Distribution.
  • die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Recycler als alternative Dienstleister durch die Vernetzung mit Verwertern und Verarbeitern von Sekundärrohstoffen zu unterstützen.
  • die Entwicklung von Vertriebswegen und einer adaptieren Internetplattform auf open-source Basis.
  • in Kooperation mit Bezirksämtern und der Senatsverwaltung Impulse für den ökologischen Stadtumbau, die nachhaltige Stadtentwicklung und ein dezentrales Abfallmanagement zu geben.
  • die lokale Kreislaufwirtschaft sowie partnerschaftliche und zukunftsorientierte Ökonomien zu fördern.
  • Messen und Veranstaltungen grüner zu gestalten und einen modellhaften Gegen-Trend hin zu mehr Ressourcen-Schutz und Nachhaltigkeit im Messe- und Veranstaltungswesen anzuregen.
  • die Adaptierbarkeit und deren Formulierung in einem Art Leitfaden für Messe- und Event-Standorte im In- und Ausland zu erreichen.

 

UMSETZUNG – STRUKTUR UND QUALIFIZIERUNG

Die Umsetzung erfolgt in einem knapp dreijährigen Projekt, zwischen 2013 und 2016, in Form von mehreren praktischen Testläufen und der schrittweisen Implementierung des Recycling Netzwerks auf Berlin-weiter Ebene. Parallel erfolgt eine umfangreiche Studie und die Erstellung einer Art Leitfaden für die Adaption auf andere Standorte im In- und Ausland sowie andere strukturelle Rahmenbedingungen. Das Strukturmodell von reusecity besteht dabei aus drei Akteurs-Ebenen in der Wertschöpfungskette:

  • Die Akteurs-Ebene „Material-Quelle“: Diese beinhaltet die Messeveranstalter, Aussteller, Messebauunternehmen und Event-Standorte sowie andere Material-Quellen in der Stadt. Diese erhalten durch das Projekt einen alternativen und kostengünstigen Service zur lokalen und nachhaltigen Abfallentsorgung.
  • Die Akteurs-Ebene „Recycler“: Diese besteht aus den alternativen Recycling-Initiativen und Material-Verwertern zur Gewinnung und zum Vertrieb der recycelten und wiederverwendbaren Materialien. Dies Recycler agieren als alternative Entsorger, organisieren den Vertrieb und bilden den Kern des kooperativen Recycling-Netzwerks.
  • Die Akteurs-Ebene „Abnehmer und Verbraucher“: Diese beinhaltet die Endverbraucher, soziale und kulturelle Einrichtungen, Akteure der lokalen Stadtentwicklung sowie wirtschaftlichen Abnehmer zur Weiterverarbeitung und zum Weitervertrieb (Handwerk, Kreativwirtschaft u.a.). Das Angebot ist für Verbraucher sowohl finanziell als auch bezogen auf das verfügbare Material von großem Interesse.

Die Qualifizierungsmaßnahmen betreffen u.a. Kommunikation, Logistik, Arbeitsschutz, Datenerfassung, Vertrieb, Lager- und Datenhaltung, Entrepreneurship, Abfallrecht etc.


KERNKRITERIEN DES PROJEKTS AUS SICHT DER NATIONALEN STADTENTWICKLUNGSPOLITIK

Das Projekt verspricht wichtige Aussagen zu den zentralen Fragen aktueller Stadtentwicklungspolitik:

  1. Innovation: Mit dem Projekt wird eine kreative Wirtschaftstätigkeit durch Wertschöpfungsketten angeregt. Es eröffnet die Möglichkeit, alternative Wege der Materialverwertung zu organisieren und Ressourcen zu sparen (Nachhaltigkeit). Es werden Synergieeffekte und konkrete Impulse für die Stadt- und Standortentwicklung erwartet.
  2. Übertragbarkeit: Das Modell ist prinzipiell auch für andere, konventionelle Messestandorte adaptierbar. Es verknüpft die Aspekte Wirtschaft mit dem Umweltgedanken. Der stadträumliche Bezug bzw. der Stadtentwicklungsansatz ist ausbaufähig. Ein Leitfaden und die geplante Evaluation sollen die Übertragbarkeit sichern.
  3. Kooperation: Mit dem Ansatz entstehen Synergiepotenziale zwischen Messen oder Großevents und der Alternativ- und Kreativwirtschaft am selben Ort. Das Projekt ist mit zahlreichen Projektbeteiligten unter der Steuerung von zukunftsgeraeusche GbR stark kooperativ angelegt. Weitere Akteure werden einbezogen.

Einordnung des Pilotprojekts in die Agenda der Nationalen Stadtentwicklungspolitik

Das auf dem Kongress 2012 der Nationalen Stadtentwicklungspolitik verabschiedete Memorandum „STÄDTISCHE ENERGIEN – Zukunftsaufgaben der Städte“ formuliert Anforderungen an die politische Gestaltungskraft, an Innovationsfähigkeit, Kreativität und das Bürgerengagement, um eine klimagerechte, sozial ausgeglichene, wirtschaftlich robuste, kurzum eine nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen. Es bezieht sich dabei vor allem auch auf wirtschaftliche Aktivitäten und ihre Bedeutung für die Stadtentwicklung.

Aus diesen Gründen hat das BMUB den vierten Projektaufruf für Pilotprojekte der Nationalen Stadtentwicklungspolitik unter den Titel „Stadtentwicklung und Wirtschaft“ gestellt und so auf die hohe Bedeutung des Themas für die Zukunft der Städte reagiert.

Die durch eine Jury ausgewählten Projekte werden bis 2016 in der Umsetzung begleitet. Sie sollen einen Querschnitt unterschiedlichster Formen wirtschaftlichen Engagements in der Stadtentwicklung abbilden und zeigen, welche vielfältigen positiven Wirkungen diese Aktivitäten haben können.

Mit dem Projekt „reusecity / Urbanes Recycling Netzwerk – Alternative Wertschöpfungsketten und Stadtentwicklung durch Vernetzung lokaler Alternativ- und Kreislaufwirtschaft mit Messe- und Event-Standorten – Entwicklungswerkstatt am Messestandort Tempelhof“ soll ein beispielhaftes Vorhaben umgesetzt werden, das im innovativen Zusammenspiel von Stadtentwicklung und Wirtschaft neue Wege geht und so eine Vorbildwirkung für die Stadtentwicklung in Deutschland entfalten kann.

 

PROJEKTPARTNER

Die Kerngruppe in der Strukturentwicklung umfasst folgende Partner (diese werden schrittweise erweitert) | The core group in the structural development includes the following partners (these will be gradually expanded):

  • Projektträger – Projektleitung und Entwicklung
    zukunftsgeraeusche GbR
  • Wissenschaftlicher Kooperationspartner
    TU Berlin
  • Kooperationspartner Entwicklung und Projektpartner Recycling
    Kunst-Stoffe Berlin e.V.
  • Zuständiges Ministerium im Bundesland Berlin
    Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin
  • Projektpartner Messe- und Event-Standort
    Tempelhof Projekt GmbH
  • Projektpartner Messeveranstalter
    - DMY Berlin GmbH & Co. KG
    - ABC VERANSTALTUNGS UG
  • Projektpartner Veranstaltungsproduktion und Messebau
    - Minga Network Gesellschaft für Projektnetzwerke mbH
    - Kennzeichen D
  • Bezirksämter
    - Tempelhof-Schöneberg, Abteilungen Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung
    - Friedrichshain Kreuzberg, Abteilungen Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung
    - Neukölln, Abteilungen Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung